Irische Jam Session

Liebe Musikhörer,

Während ich in Dublin war, entschloss ich mit meinen Freunden eine Whisky- und Craft-Bier Tour mitzumachen. Der letzte Stopp führte uns zu einem kleinen, lokalen Pub wo wir ein kleines Guinness trinken und eine irischen Jam Session erleben wollten. Als wir dort ankamen, war nicht viel los und die wenigen Leute die dort saßen, sahen aus als wären sie Stammgäste und von der Arbeit direkt hierhergekommen. Irgendwie Charmant!

Traditionelle irische Musik war etwas, was ich mir bisher immer nur in kleinen Mengen anhören konnte. Vielleicht war es Live ja anders und „Jam Session“ klang vielversprechend. Für mich war eine Jam-Session bisher immer, wenn Musiker zusammen eine solide Klangbasis kreierten und jeder dann mal Solo auf seinem Instrument spielte um auf eine andere Ebene zu gelangen, während die anderen mehr oder weniger geerdet blieben – alles aber auf einander abgestimmt, jammin‘ halt!

Dieser Jam war anders. Da waren mehrere Musiker, natürlich gab es eine Geige und ein Banjo, ok zwei, und auch ein Akkordeon, sowie eine Gitarre, aber das änderte sich mit der Zeit, da neue Musiker kamen und andere eine Pause machten. Einer von ihnen fing an und spielte den gleichen Satz von Akkorden mit wenig bis gar keine Variation. Die anderen Musiker schauten nur auf ihn (in dieser Session waren nur Männer) und experimentierten mit ihrem Musikeinsatz. Sie stoppten und fingen wieder an etwas zu spielen ohne etwas zu verändern, oder nur sehr wenig. Langsam bauten sie ein Jam, Schicht für Schicht.

Meine Faszination lag hauptsächlich darin, die Leute die zuschauten zu beobachten. Die Touristen, die in diese unscheinbare Kneipe gegangen waren, oder von ihrem Stadtführer hergebracht wurden, sahen aus, als hätten sie einen wahren Goldschatz gefunden, etwas chilles und authentisches in dieser ansonsten eher touristischen Gegend von Dublin. Die anderen sahen wie Stammgäste oder Einheimische aus, sie wippten und lächelten zur Musik, genossen eindeutig was sie erlebten.

Und ich? Ich werde traditionelle irische Musik weiterhin in kleinen Dosierungen anhören mit dem Bonus jetzt an meine Zeit in Irland erinnert zu werden.

Keep jammin‘

Hanna